Gaspreise steigen - In Deutschland steigen die Gaspreise, und ein Ende ist nicht abzusehen. Immerhin sind die Gaspreise an den Rohölpreis gekoppelt, aber sollen wir Verbraucher das so einfach hinnehmen?


In Deutschland steigen die Gaspreise, und ein Ende ist nicht abzusehen

Immerhin sind die Gaspreise an den Rohölpreis gekoppelt, der nun schon die 100 Dollar Marke (Stand Frühjahr 2008) überschritten hat. Dabei sollten wir uns über so billiges Öl freuen, denn Prognosen zufolge ist schon recht bald mit Preisen von bis zu 200 Dollar pro Faß Rohöl zu rechnen. Die Ressourcen gehen zur Neige, und da beißt die Maus keinen Faden ab.

Rohöl hin oder her, hier geht es ums Gas, dem 53 % der deutschen Haushalte Wärme und durchgegarte Mahlzeiten verdanken. Dass die Gasanbieter den Gaspreis aber an jenen des Rohöls koppeln und diesem Preis auf Gedeih - aber nicht auf Verderb - ausgeliefert sind, versteht kaum jemand. Gedeiht der Preis fürs Faß Öl, zieht der Gaspreis mit einer Verzögerung von 6 Monaten nach. Bei Verderb, also fallendem Preis auf dem Rohölmarkt, muckst sich der Gaspreis nicht. Sollen wir Verbraucher das so einfach hinnehmen? Und wenn nein, welche Möglichkeiten haben wir, den Abzockern eins runter zu hauen?

In Deutschland steigen die Gaspreise, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis gibt es seit 1965, also schon mehr als 40 Jahre. Damals schloss die Bundesrepublik mit den Niederlanden den ersten internationalen Gasliefervertrag ab und machte gleich fest, dass der Gaspreis seinem wichtigsten Konkurrenten in Sachen Energieversorgung - dem Erdöl nämlich - hinterher hinkt. Damals, als es noch reichlich Energie gab und nicht absehbar war, wie welcher Rohstoff sich entwickeln würde, sollte die Verbreitung von zwei unterschiedlichen Energieträgern nicht dazu führen, dass die Entwicklung auf dem freien Markt aus den Anbietern Konkurrenten macht, die sich gegenseitig die Kunden abjagen. Und nun haben wir den Salat, denn von einer "Ent"- Kopplung der beiden Größen ist nirgendwo die Rede.

Was hat es mit der Gaspreisbindung auf sich?

Gleichwohl ist die Preisbindung heute umstritten. Was hat das Gas denn mit dem Öl zu tun? Die Gaskonzerne werden indes nicht müde, ihre Argumente wie Parfüm zu zerstäuben. "Die Kopplung bringt Verbrauchern und Unternehmen die Sicherheit, ihr Gas zu stabilen Preisen zu beziehen", heißt es aus den Abzocklagern. Und obendrein nörgeln sie daran herum, dass Langfristverträge mit den Lieferländern wie Russland bestehen. Das sehen Verbraucher, Verbraucherschützer und auch Teile der Industrie anders. Sie verteufeln die Preisbindung und können nicht erkennen, dass das noch zeitgemäß sein soll. Und durchsichtig schon mal gerade gar nicht. Mehr Wettbewerb und eine freie Bildung des Gaspreises am Markt wird gefordert. Was dem Öl recht ist, soll dem Gas ja billig(er) sein.

Natürlich schlägt auch das Bundeskartellamt in diese Kerbe. Der Meinung der Marktbeobachter zufolge, ist der Einfluss des Öls auf den Gaspreis nicht nachvollziehbar, erst recht "nicht mehr zeitgemäß und nicht transparent". Selbst die Politik ist dieser Ansicht. CDU-Vize Christoph ließ sie verlauten, indem er der Tageszeitung "Die Welt" sagte: "Es hat den Anschein, dass Energiekonzerne Absprachen getroffen haben, die eine Kopplung dieser Preise zur Folge haben." Und wenn der Bund der Energieverbraucher die Preisbindung als Einbahnstraße zu Ungunsten der Abnehmer beschreibt, spricht er uns sicherlich aus der Seele. Immerhin steigt der Gaspreis gerne, wenn es der Ölpreis tut, aber umgekehrt wird da kein Schuh draus. Und inzwischen blecht eine deutsche Durchschnittsfamilie bis zu 12 % ihres Budgets dafür, dass sie nicht friert und die Pfanne heißt wird.

Was soll denn nun geschehen? Bleibt alles, wie es ist, und die Melker können walten wie sie möchten? Das Bundeskartellamt hat immerhin sanft zu bedenken gegeben, dass die Ölkopplung als pauschale Begründung für eine Gaspreiserhöhung nicht ausreicht. Und es schlägt vor, zumindest mal kritisch nachzufragen, wie die Kalkulation der Gasfirmen überhaupt aussieht. Ob denen nun vor Schreck ein Kloß in den Hals steigt, bleibt fraglich.

Kostenloser Gaspreisvergleich - Betätigen Sie diesen Link und sparen Sie durch einen Gasanbieterwechsel einige hundert Euro im Jahr. Allerdings ist die Wut der Verbraucher, die nur den steigenden Gaspreis mit dem zumindest schwankenden Ölpreis vergleichen, mehr als verständlich. Wer sich jedoch nur die eine Seite der Medaille betrachtet, ist auch nur halb informiert. Betrachten wir uns nämlich Länder wie die USA und Großbritannien, die eine solche Kopplung nicht kennen, bietet sich uns ein anderes Bild. Dort geht der Gaspreis rauf und runter wie eine Achterbahn und liegt damit im Schnitt höher als bei uns. Wo es keine Preisbindung gibt, wird das Gas zu deutlich höheren Konditionen bezogen, als es z. B. E.ON Ruhrgas durch seine langfristigen Verträge möglich ist. Außerdem schwankt nicht nur der Gaspreis selbst. Die Transportkosten machen fast ein Drittel des Gesamtpreises aus, und der Staat will auch nicht leer ausgehen. Aber das kennen wir ja. Wenn es uns Deutschen also gelänge, die Kopplung aufzubrechen, ist mit einer spürbaren Preissenkung nicht zu rechnen, denn die Vorräte werden knapp, die Gasförderländer sind identisch mit den Ölförderern und der weltweite Verbrauch steigt gewaltig an.

Um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, strebte das Bundeskartellamt Verhandlungen mit den 15 deutschen Ferngaskonzernen an. Sie kamen leider nicht zustande, und selbst wenn, bleibt fraglich, ob es die Verbraucher entlastet hätte. Ob die Regel "Mehr Wettbewerb - sinkende Preise" wirklich noch funktioniert, wird aus verschiedenen Hälsen unterschiedlich kommentiert.

Die ehemals vielleicht sinnvolle Preisbindung ist keineswegs eine gesetzliche Regelung. Es handelt sich um eine freiwillige Klausel zur Absicherung der Vertragspartner, die nur per Gesetz untersagt werden kann. Dies ginge dann aber mit einem Eingriff in die Vertragsfreiheit einher. Bleibt uns Abnehmern nur noch die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln. Viele Optionen bestehen derzeit noch nicht, aber wer es auf jeden Fall etwas günstiger haben will, kann sich die Website von e-wie-einfach.de anschauen. Das ist tatsächlich eine einfache Sache, denn dieser Anbieter bleibt immer 2 Cent pro kwh unter dem Preis Ihres jetzigen Versorgers, und der Grundpreis bleibt gleich. Hebt Ihr jetziger Versorger den Gaspreis an, steigt zwar auch der Preis bei e-wie-einfach, aber dennoch bleibt er 2 Cent günstiger. Fällt der Preis, geht auch e-wie-einfach runter. So einfach ist das. Ob der Verbraucher dann jedoch wirklich günstiges Gas zu fairen Preisen erhält, bleibt Spekulation. Immerhin haben wir offenbar erheblich zuviel gezahlt, und die Gasriesen sind aufgefordert, die geschnorrten Gebühren zurückzuerstatten.


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In Deutschland steigen die Gaspreise, und ein Ende ist nicht abzusehen. Immerhin sind die Gaspreise an den Rohölpreis gekoppelt, aber sollen wir Verbraucher das so einfach hinnehmen?

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